Tradition

  • 1869

    Am 2. Oktober des Jahres 1869 wurde von Vegesacker und Bremer Kaufleuten die Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik gegründet, deren Zweckbestimmung in der Herstellung von feinkeramischem Haushaltsgeschirr lag.

  • 1871

    Direkt an der Weser gelegen, errichtete man im folgenden Jahr die Fabrikationsstätte, die aufgrund der Transporteinschränkungen durch den Deutsch-Französischen Krieg erst im Jahr 1871 die Produktion in vollem Umfang aufnehmen konnte.

  • 1874

    Der gute Absatz der Waren ermöglichte eine stete Steigerung der Produktion und die Errichtung Energie sparender Mendheim-Gasöfen.

  • 1879

    Ab 1879 senkten die feinkeramischen Betriebe der Rheinlande die Preise, um den stagnierenden Markt durch verstärkten Reiz zum Ankauf zu beleben. Zu dieser regionalen Konkurrenz kam die hohe englische Steingutfabrikation, die im Überangebot eine weitere Senkung der deutschen Inlandspreise nach sich zog.

  • 1883

    Trotz der Preisabsprache mit anderen Firmen ab Frühjahr 1883 war es der Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik in Grohn nicht möglich, die Verluste voll abzufangen; aus diesem Grund war sie gezwungen, sich ab dem Jahr 1886 auf die günstigere Herstellung von Leichtsteingut zum Export in Länder mit Gewichtszoll umzustellen.

  • 1889

    Gegen Ende des Jahres 1889 wurden neben Haushaltsgeschirr auch Wandfliesen im Nasspressverfahren hergestellt. Hier konnte eine lebhafte Nachfrage verzeichnet werden.
    Nach dem Wiederaufbau des abgebrannten Werks führte man neue Produktionsverfahren ein, die eine Trockenpressung der Fliesen vorsahen. Durch das rationellere Verfahren konnte die Produktion von Wandfliesen auf 70.000 Stück pro Woche gesteigert werden, so dass das Unternehmen in der Lage war, entscheidende Marktanteile zu gewinnen.

  • 1891

    Mit der kompletten Produktionsumstellung auf Wandfliesen ab dem Jahr 1891 wurde nach zehn Jahren erstmalig wieder eine Dividende in Höhe von 6 Prozent ausgeschüttet. Die Senkung der Plattenstärke von 10 auf 6 mm hatte auf den Export der Ware einen nachhaltig positiven Einfluss, da der Gewichtszoll bei erhöhten Stückzahlen gleich blieb. So war es trotz hoher Zölle möglich, den Absatz in die Exportgebiete zu steigern. Während man das Rohmaterial per Schiff aus England bezogen hatte, stellte der mit dem Jahr 1902 alleinige Leiter Otto Freise ab 1904 die Rohstofflieferung auf Bahnfracht aus dem Rheinland um und erwarb darüber hinaus ein eigenes Sandlager in günstiger Nähe zur Fabrikationsstätte.

  • 1895

    Otto Freise tritt ins Unternehmen ein und bleibt 50 Jahre.

  • 1900

    Ab dem 19. Jahrhundert begann auch bei der Fliese die Industrialisierung. England übernahm in Europa die führende Rolle. Druck- und Vervielfältigungsverfahren wurden erfunden und halfen, Kosten zu senken. Von nun an waren Fliesen für jeden erschwinglich und es gehörte zum guten Ton, Wohnräume mit Bildern zu schmücken. Auch Küchen und Bäder wurden phantasievoll gestaltet. Besonders Eingangshallen und Treppenhäuser glänzten mit bunter Fliesenverlegung.
    Auch die Norddeutsche Steingutfabrik produzierte eine Vielzahl wunderschöner Jugendstilfliesen. Das Unternehmen und sein Markenzeichen "GROHN" waren bereits damals über die Grenzen hinaus ein Begriff. Eine Auszeichnung mit der silbernen Medaille auf der Weltausstellung in St. Louis/USA (1904) machte den Namen GROHN zu einem Qualitätsbegriff.

  • 1904

    Bei der Weltausstellung in St. Louis wird die Silbermedaille empfangen.

  • 1906

    Die Grohner Wandplattenfabrik wurde von Vegesacker und Bremer Geschäftsleuten am 11. Januar 1906 in Lesum bei Bremen gegründet. Zur Fabrikation und für den Verkauf von Steingut, Wand- und Fußbodenplatten wurde eine weitere Fabrikanlage in Schönebeck an der Bremen-Vegesacker-Eisenbahn errichtet, die den Betrieb im Herbst des Jahres 1907 aufnahm. In den darauf folgenden Jahren wurde die Fabrik um einen Dampfkessel und eine Pulverisierungsanlage für die Rohstoffe erweitert. Um eine zusätzliche Steigerung der Produktion zu erreichen, wurde der Biskuitofen vergrößert und man entschloss sich zum Bau einer zusätzlichen Ofenanlage.

  • 1907

    Neue Produktionshallen werden aufgrund der hohen Nachfrage nach keramischen Wandfliesen gebaut.

  • 1912

    Die Tochtergesellschaft Bremer Wandplatten GmbH nimmt die Produktion auf.

  • 1920

    Im Geschäftsjahr 1920 ging die Grohner Wandplattenfabrik völlig in den Besitz der Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik über. Unter der neuen Führung konnte bis zum Jahr 1927 die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verbessert werden, wobei der gute Absatz ins Ausland die Lage wesentlich beeinflusste. Infolge dieses Aufschwungs wurde 1930 eine neu entwickelte Tunnelofenanlage für den Biskuitbrand der Fliesenscherben in Betrieb genommen. Aufgrund der hohen Investitionen und der allgemein absinkenden Preise, die unmittelbar mit dem Sturz des englischen Pfundes zusammenhingen, wurde das Werk vom 18. Januar bis zum 15. Oktober 1932 stillgelegt.

  • 1933

    Erst im Jahr 1933 war die Vollbeschäftigung wieder erreicht, da sich die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung auch auf den Baumarkt auswirkten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, und zwar am 1. Januar 1958, wurde das Unternehmen ebenso wie die Steingutfabrik Witteburg und die Bremer Wandplattenfabrik von der alleinigen Gesellschafterin Norddeutsche Steingutfabrik Grohn übernommen.

  • 1938

    Stilllegung der Produktion in allen vier Werken aufgrund von Rohstoffmangel.

  • 1945

    Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges lag auch die Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik Grohn still und nahm erst um 1945 mit dem Abschluss notwendiger Umbaumaßnahmen die Produktion feinkeramischer Waren wieder auf, um dann, nach der Währungsreform, die Anlagen erneut für die Herstellung von Wandfliesen umzurüsten. Während das Tochterwerk II, die Grohner Wandplattenfabrik, und das Werk III, die Bremer Wandplattenfabrik mbH, in den Jahren 1948 und 1950 die Arbeit wieder aufnahmen, musste das Werk IV, die Steingutfabrik Witteburg AG, nach der Umstellung auf Bodenfliesen im Jahr 1949 durch die unrentable Produktion in den veralteten Anlagen im Jahr 1953 stillgelegt werden. Nach der Einführung der 45-Stunden-Woche im Mai des Jahres 1957 wurden im Folgejahr die drei Tochtergesellschaften auf die alleinige Gesellschafterin umgewandelt.

  • 1953

    Stilllegung der nicht rentablen Wittenburger Steingutfabrik

  • 1970

    Bau eines Verwaltungsgebäudes am Standort Grohn.

  • 1980

    Das immer weiter gewachsene Know-how in der Fliesenproduktion ermöglichte die erfolgreiche Umsetzung neuer Fertigungstechniken im 20. Jahrhundert. So konnte die Norddeutsche Steingutfabrik ihre gesamte Fertigung in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bereits auf moderne Einbrand-Schnellbrandtechnologie umstellen. Zeit- und Energieverbrauch wurden dadurch drastisch gesenkt. Weitere Vorteile lagen sicherlich im geringeren Platzverbrauch und einer erhöhten Flexibilität. Der hohe Automatisierungsgrad führte jedoch auch zu erheblichen Personaleinsparungen.

  • 1993

    In der Zeit von 1963 bis 1993 wurden insgesamt 115 Millionen DM in neue Anlagen investiert. Neben der Aufnahme der Steinzeug-Produktion und der Etablierung der Marke BW für den Baumarkt war die jüngste Entwicklung vor allem durch den gezielten Auf- und Ausbau des Handelssortiments und der Schaffung eines flächendeckenden Vertriebsnetzes in den neuen Bundesländern gekennzeichnet.

  • 1994

    125-jähriges Betriebsjubiläum

  • 1997

    Kerateam in Leisnig als Joint-Venture mit Steuler Fliesen GmbH

  • 2001

    Die Steuler Industriewerke erwerben die Aktienmehrheit der Norddeutsche Steingut AG.

  • 2002

    Am 23. August 2002 hat die Tochter NordCeram mit einem Schnellbrennofen ihre Produktion begonnen. Am 9. Januar 2003 wurde dann der zweite Ofen in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 4 Millionen qm Feinsteinzeug pro Jahr stellt sich NordCeram den aktuellen Herausforderungen des Fliesenmarktes. Im Bremerhavener Fischereihafen direkt am seeschifftiefen Wasser entstand eine der modernsten Produktionsstätten für Feinsteinzeug-Bodenfliesen, deren gute Anbindung an das Wasser, die Schiene und die Autobahn erstklassige logistische Voraussetzungen bietet.

  • 2008

    Eröffnung der neuen Ausstellung in Bremen Grohn.

  • 2009

    140-Jahr-Feier und Einweihung der Dauerausstellung "Grohneum" mit Exponaten aus den letzten beiden Jahrhunderten. In der Ausstellung werden u.a. eine besondere Auswahl an Fliesen von 1800, die berühmten Jugendstil-Fliesen und Fliesen von den 30er bis 80er Jahre gezeigt. Interessante Ausstellungsstücke sind auch Labor-Geräte aus längst vergangenen Tagen und Stücke der Porzellanmanufaktur.

  • 2009

    Im Werk Bremerhaven wird eine zweite Rektifizierlinie in Betrieb genommen, um den wachsenden Bedarf an kalibrierten Fliesen in Großformaten abdecken zu können.